Schneidenbach. Der Heimatverein Schneidenbach will die Tradition der Schneidenbacher Kirmes fortsetzen: Am Wochenende wurde dabei der erste Schritt gemacht. Die Party begann am Freitagabend mit einem Menschenkicker-Turnier, zu dem die Freiwillige Feuerwehr und Jörn Müller von Mammut-Spiele Schneidenbach eingeladen hatten.
Sechs Mannschaften nahmen daran teil. Sie traten in 15 Spielen zu je fünf Minuten jeder gegen jeden an. Sieger wurden die „HSM-Presskästen“. Ein Mitarbeiter, der im Ort wohnt, hatte die Mannschaft aus seinem Unternehmen zusammengetrommelt. Den zweiten Platz teilten sich die Kicker vom VFC Reichenbach und die Mannschaft mit dem Fantasienamen „Die blutigen Hühnerschlächter“. Dritter wurden die Handballer vom HV Mylau-Reichenbach mit ihrer Männermannschaft vor ihren Mannschaftskameradinnen. Beteiligt hatten sich außerdem der gastgebende Heimatverein Schneidenbach, der als Sieger der Herzen aus dem Turnier hervorging. Die mitveranstaltende Feuerwehr konnte keine Mannschaft stellen, da viele als Helfer eingespannt waren. „Das wollen wir im kommenden Jahr ändern“, kündigte Jörn Müller an. Zur Belohnung gab es Getränkegutscheine und für alle Anwesenden die Feuershow von Ignis Draconis aus Zwickau. „Wir versuchen, an frühere Traditionen anzuknüpfen, denn die Schneidenbacher Kirmes war legendär“, so Jörn Müller. Allerdings sollen die Brötchen etwas kleiner als früher gebacken werden, wo man von Freitag bis Montag durchfeierte. Dafür brauche man deutlich mehr Helfer, als im Moment zur Verfügung stehen.

„Ich bin froh, dass hier zu Pfingsten etwas los ist und sich langsam wieder etwas aufbaut. Wir haben viele Kinder im Dorf. Das Samstagsprogramm ist darauf abgestimmt“, sagte Ortsvorsteher Jens Groschopf.

Für die Kinder war deshalb am Samstagnachmittag viel los. Sie vergnügten sich mit Fahrzeugen des Radkulturzentrums. Knifflig war das Wettmelken an den beiden Mammut-Spiele-Kühen, während Fragen beantwortet werden mussten. Dass ein Kilo Bett- oder Stahlfedern das gleiche wiegen, hat sich in Schneidenbach noch nicht herumgesprochen, deshalb waren nicht alle Antworten richtig. Der Regen am Nachmittag setzte ein, als Zauberer Erik Müller sein Programm beginnen wollte. So war das Feuerwehrgerätehaus schnell voll und Paula, Johanna und Paul konnten sich als Helfer des Zauberers betätigen.

Die Schneidenbacher feiern ihre Kirmes zu Pfingsten, weil sie in früheren Zeiten wegen des Mordes an einer Magd nach einer ausgelassenen Kirmesfeier vom Kirchweihfest in der Peter-Paul-Kirche ausgeschlossen wurden.

Von Petra Steps

erschienen am 07.06.2017 in der Freien Presse